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Gernot Borriss, 10. April 2011
Der Elsterstausee ist nur dann zukünftig wirklich gesichert, „wenn er wieder einen wasserwirtschaftlichen Zweck bekommt.“ Seinen Lösungsvorschlag erläutert der Leipziger Wasserwirtschaftler William Grosser im L-IZ-Interview. Zugleich kritisiert der Linken-Stadtrat den fehlenden Willen der Stadtverwaltung am Erhalt des Sees. [Kompletter Beitrag …]
Gernot Borriss, 04. April 2011
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| Die einstige Maschinenfabrik Philipp Swiderski in der Zschocherschen Straße in Plagwitz. Foto: Gernot Borriss |
„Bürger Leipzigs seht her“, nennt Heinrich Moritz Jähnig das Motto des Leipziger Vereins Industriekultur. In der Musik- und Buchstadt Leipzig will der Verein auf die Industriekultur hinweisen. „Industriekultur ist ein identitätsstiftender Faktor“, sagt der Plagwitzer im L-IZ-Interview. Und hierbei sei Plagwitz eines der Alleinstellungsmerkmale von Leipzig.
Kultur verbinden viele Menschen eher nicht mit Industrie. Wie würden Sie diesen Zeitgenossen Industriekultur erklären?
Solchen „Zeitgenossen“ versuche ich im Gegenzug eine Erklärung zu dem Wort „Jugendkultur“ oder „Soziokultur“ zu entlocken. „Sozio“ und „Kultur“, da sträuben sich einem doch die Haare. Was wird heute nicht alles kultiviert. Und welcher Wortteil, bitte, ist bedeutungsführend in dem aufgeblähten Koppelwort „Unternehmenskultur“?
Kurz: Ich finde das deutsche Wort Industriekultur unglücklich, weil es den Gegenstand sprachlich zu stark in die Nähe solcher reinen Marketing-Kultivierungen rückt. Für mich ist das Reden von Industriekultur immer die Beschreibung eines Prozesses. [Kompletter Beitrag …]
Uta Zangemeister, 04. März 2011
Chemnitz würdige das Erbe in einem Museum und auch Dresden nutzt die Industriekultur als Gegengewicht zum Barock. Nur Leipzig verstehe sich einzig und alleine als ewige Musikstadt, mit bekannten Söhnen wie Bach, Bartholdy oder den Thomanerknaben. So schätzt Heinrich Moritz Jähnig vom Leipziger Verein für Industriekultur die Lage in der Messestadt ein. Voller Tatendrang versucht die initiative nun, Leipzigs technischen Errungenschaften ins rechte Licht zu rücken.
„Leipzig ist mehr als Karl Heine, die Gallionsfigur. Das zeigen wiederbelebte Industriebauten, wie die Zentrale des Unternehmens Spreadshirt im Leipziger Westen“, betont der 59-jährige Journalist. Leider sei nicht allen Objekten ein so erfolgreiches Schicksal beschieden. „Viele Industriebauten stehen leer und gammeln vor sich hin“, bedauert Jähnig, der selbst in Plagwitz lebt.
Deswegen hat sich der Verein die Maxime „Erhalt durch Nutzung“ gesetzt. Mit einem Katalog, der eine Übersicht aller Leipziger Industriebauten beinhaltet, solle dieser wertvolle Bestand sichtbar gemacht und die Fantasien potenzieller Nutzer angeregt werden. Eine historische Aufarbeitung könne das Projekt allerdings nicht leisten, dafür sei der Aufwand zu groß. Allerdings solle das gedruckte Exemplar mit einer stetig aktualisierten Online-Ausgabe kombiniert werden.
„Klar gibt es so etwas schon“, sagt Jähnig, um das Argument im gleichen Atemzug wieder zu entkräften, „allerdings präsentieren solche Projekte nur die Filetstücke. Das soll im Katalog des 2009 gegründeten 20 Mitglieder starken Vereins anders werden, denn dieser werde die Vielfalt der Industriekultur abbilden. Um wie viele Objekte es sich handeln wird, weiß aber auch Jähnig noch nicht: „In diesem Punkt sind wir auf die Unterstützung der Stadt angewiesen. Diese ruht allerdings seit einem eigentlich vielversprechenden Gespräch im Dezember vorigen Jahres“, klagt der Vereinsvorsitzende. Dies sei umso bedauerlicher, weil das Jobcenter bereits zwei Stellen für die Erstellung zugesichert hätte.
Das zweite große Projekt sei eine Vortragsreihe, die in Kooperation mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig entstanden ist. An vier Abenden im Semester, jeweils am ersten Dienstag im Monat, geht es im Hugo-Licht-Bau in der Wächterstraße 13 um das Thema Industriekultur. Zuletzt sprach Künstler Michael Fischer-Art über sinnvolle Fassadengestaltung. Nächster Termin ist der 5. April, dann wird der Elsterstausee im Blickwinkel von „Technik als Kulturgut“ stehen.
Eine öffentliche Auseinandersetzung forciert der Verein mit seiner Ausstellung „Die Ästhetik des Banalen“, die noch bis 31. März in den Räumen der Kulturstiftung Alte Nikolaischule am Nikolaikirchhof zu sehen ist. Am Dienstag geht ein Podiumsgespräch den architektonischen Erwartungen an Gerwerbebauten nach. Für eine spannende Diskussion werden Wolfgang Kunz vom Stadtplanungsamt, Architekt Daniel Dechmann und Wolfgang Hoquèl von der Kulturstiftung sorgen. Beginn ist 18 Uhr. [PDF-Download]
von Max Schnurrenberger, Montag, 21. Februar 2011
Leipzigs Stadtbild ist sehr stark von der Industrie geprägt. Besonders in Plagwitz stehen einige architektonische Perlen der Industriekultur. Der Leipziger Verein für Industriekultur e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Erbe zu bewahren. Dabei gehe es nicht nur um die Erhaltung der Baudenkmäler. Der Verein für Industriekultur will jungen Menschen auch das Wissen um alte Produktionsmethoden und den Unternehmergeist der frühindustriellen Zeit vermitteln. Zu diesem Zweck organisiert er Ausstellungen, Führungen und Gesprächsrunden. [mehr auf mephisto976.de …]
INTERVIEW: Moderator Ben Hänchen sprach mit Sigrid Zimmermann vom Verein für Industriekultur über das industriekulturelle Erbe Leipzigs