Führung „Buchgeschichtlicher Rundgang im Graphischen Viertel – Teil 2“
Das Graphische Viertel zwischen Promenadenring und Ludwig-Erhard-Straße war einst der Mittelpunkt von Deutschlands Druck- und Verlagswesen.
Hier saßen die ganz Großen der Branche, wie Breitkopf, Brockhaus, Meyer, Reclam, Teubner, Seemann, Baedeker und der Insel Verlag, aber auch riesige graphische Betriebe, wie Spamer, Brandstetter, Weber, die Offizin Haag-Drugulin (später Andersen-Nexö), Bernhard Meyer (später Interdruck) und viele andere mehr. Nicht zu vergessen die großen Buchbindereien und die Kommissionäre, wie Koehler & Volckmar, die Leipzig zu einer Drehscheibe für den gesamten Buchverkehr machten. Um 1912 gab es hier 982 Verlage und Buchhandlungen, 300 Druckereien, 173 Buchbindereien, 298 graphische Anstalten und 36 Firmen für den graphischen Maschinenbau. Jeder zehnte Einwohner Leipzigs arbeitete im Buchhandel oder in der graphischen Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg und durch Abwanderung schrumpften die Zahlen bereits beträchtlich, aber erst nach 1990 verschwanden die Traditionsverlage und die großen Druckereien endgültig aus dem Viertel. Geblieben sind zahlreiche eindrucksvolle Bauten, die an die Geschichte des Büchermachens in dieser einst weltberühmten Region erinnern.
Dieser Rundgang schließt sich an den ersten Teil vom 14. März 2026 an, der von der Dresdner Straße von Interdruck zu Brockhaus, Wolff, Reclam & Co. bis zur LKG führte. Aufgrund der positiven Resonanz und der Fülle an ehemaligen Betriebsstätten im Graphischen Viertel findet ein zweiter Teil statt.
Sabine Knopf, Autorin und langjährige Verlagslektorin, hat das Leben im Graphischen Viertel mit seinem Ineinanderwirken von Buchhandel, Verlagen und graphischer Industrie noch kennengelernt. Auf der Grundlage jahrelanger Recherchen verfasste sie mehrere Bücher zum Thema, zuletzt beim Lehmstedt Verlag „Buchstadt Leipzig. Stadtspaziergänge“.
Teilnehmerbeitrag: 9,00 € pro Person, Mitglieder des Industriekultur Leipzig e.V. gegen Vorlage des Mitgliedsausweises frei.
Bilder:
Breitkopf & Härtel, Druckersaal (Bildquelle: privat)
Allegorische Figur „Seemännchen“ (Bildquelle: privat)




